
Self-Hosted & Homelab
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Self-hosted heißt: Die Software läuft auf deiner eigenen Hardware statt in der Cloud eines Anbieters. Was als Bastelei im Homelab beginnt, ersetzt oft ein Abo nach dem anderen: Fotos, Dateiabgleich, Smart Home, Medienserver. Du behältst deine Daten, zahlst keinen Preis pro Nutzer und entscheidest selbst, wann Updates eingespielt werden.
Mit knapp 90 Self-hosted Apps ist das eine der größten Kategorien im Verzeichnis, von Immich für Fotos über Home Assistant fürs Smart Home bis Syncthing für Dateisync ohne Cloud. Die meisten laufen als Docker-Container auf einem Mini-PC, NAS oder Raspberry Pi. Welche Hardware der Einstieg braucht und woran du wartbare Projekte erkennst, liest du im Leitfaden unter den Tools.


IronCalc
Open-Source Spreadsheet-Engine in Rust – selbst hosten, einbetten, anpassen

endurain
Self-hosted Fitness-Tracking-Service mit voller Datenkontrolle


Pocket ID
Selbstgehosteter OIDC-Provider für passwortlose Passkey-Authentifizierung

Firefly III
Open-Source Finanzverwaltung zur selbst gehosteten Budgetkontrolle



YAFFA
Kostenlose Self-Hosted Personal Finance App für langfristige Finanzplanung

Shelve
Zentrales Secrets-Management mit Verschlüsselung und Team-Synchronisation

Ryot
Self-hosted Media-Tracking-Plattform für Filme, Serien, Bücher und Games

Lychee
Selbst gehostete Fotoverwaltung mit Upload, Sharing und EXIF-Metadaten

infisical
Open-Source-Plattform für Secrets, Zertifikate und Privileged Access Management

Stalwart
Open-Source Mail- & Collaboration-Server mit JMAP, IMAP, SMTP und Anti-Spam


Warpgate
Transparenter SSH, HTTPS & Datenbank-Bastion ohne Client-Software

Novamira
MCP-Server für KI-Agenten mit vollständigem WordPress-Zugriff

VidBee
Kostenloser Video-Downloader für 1000+ Plattformen mit KI-Integration

Transmission
Schneller, schlanker und kostenloser BitTorrent-Client für macOS, Windows & Linux

kitty
GPU-beschleunigter Terminal-Emulator mit erweiterbarer Architektur

Dockhand
Moderne Docker-Management-Plattform für Homelabs bis Enterprise


Originless
Anonymes, dezentrales File-Hosting auf IPFS-Basis für Apps und Web

chibisafe
Open-Source File-Upload-Service für einfaches Teilen von Dateien jeder Art
Was bedeutet Self-Hosted?
Self-hosted Software läuft auf Hardware, die du kontrollierst: ein Mini-PC im Schrank, ein NAS, ein gemieteter Server. Statt einen Dienst zu abonnieren, betreibst du ihn selbst. Das Homelab ist der dazugehörige Spielplatz, ein kleines Rechenzentrum für zuhause, in dem Docker-Container die Rolle der einzelnen Apps übernehmen. Wichtig für die Einordnung: Self-hosted und Open Source sind nicht dasselbe. Die meisten Projekte hier sind quelloffen, einzelne Anbieter lizenzieren ihre Server-Komponente aber kommerziell oder behalten Funktionen der bezahlten Cloud-Variante vor. Der gemeinsame Nenner ist die Datenhoheit. Deine Fotos, Dokumente und Sensordaten liegen auf deiner Festplatte, kein Anbieter kann den Dienst einstellen, die Konditionen ändern oder deine Daten auswerten. Bezahlt wird in einer anderen Währung: mit Zeit für Einrichtung, Updates und Backups. Wie viel Zeit, hängt stark vom Projekt ab, und genau dabei hilft der Blick auf die Kriterien weiter unten.
Typische Einsatzszenarien
Google-Fotos-Ersatz: Immich sichert Handyfotos automatisch auf den eigenen Server und bietet Gesichtserkennung, Suche und geteilte Alben. Der häufigste Einstiegsgrund ins Homelab, weil der Cloud-Speicher voll läuft und das nächste Speicher-Upgrade ansteht. Mit eigener Festplatte rechnet sich das Setup über die Jahre.
Smart Home ohne Hersteller-Cloud: Home Assistant verbindet Geräte verschiedener Hersteller lokal, automatisiert ohne Internetverbindung und funktioniert weiter, wenn ein Hersteller seine Cloud abschaltet. Sensordaten aus Wohnung und Haus bleiben im eigenen Netz, statt auf fremden Servern Profile zu füttern.
Dateien synchronisieren ohne Cloud: Syncthing gleicht Ordner direkt zwischen Geräten ab, verschlüsselt und ohne zentralen Server. Für viele der einfachste Einstieg ins Thema, weil dafür nicht einmal ein dauerhaft laufender Server nötig ist; zwei Rechner genügen.
Fernzugriff auf eigene Rechner: RustDesk ersetzt kommerzielle Fernwartung wie TeamViewer und lässt sich mit eigenem Verbindungsserver betreiben, sodass Bildschirm-Sitzungen nicht über fremde Infrastruktur laufen. Für Familien-Support und Server-Pflege aus der Ferne reicht das vollständig.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Wartungsaufwand: Jeder Dienst will Updates, und jeder ungepatchte Dienst ist eine Angriffsfläche. Bevor du etwas dauerhaft betreibst, prüfe, wie das Projekt Updates ausliefert, ob Versionssprünge dokumentierte Migrationsschritte haben und wie oft in der Vergangenheit etwas Grundlegendes umgebaut wurde.
Hardware-Anforderungen: Ein Raspberry Pi trägt erstaunlich viele Container, scheitert aber an Aufgaben wie Video-Transkodierung oder der Bilderkennung einer Fotobibliothek. Die Projekte nennen ihre Anforderungen in der Dokumentation; Immich etwa profitiert spürbar von mehr Arbeitsspeicher und schnellem Massenspeicher.
Projektgesundheit: Bei Software, der du deine Daten anvertraust, zählen aktive Entwicklung und eine Community, die Fragen beantwortet. Ein Blick auf Release-Frequenz, offene Issues und die Qualität der Dokumentation sagt mehr über die nächsten zwei Jahre als jede Feature-Liste.
Backup vor Betrieb: Ein Dienst ohne getestete Wiederherstellung ist ein Datenverlust mit Vorlaufzeit. Kläre vor dem Umzug deiner Fotos oder Dokumente, wie sich Datenbank und Dateien sichern lassen und probiere die Wiederherstellung einmal durch, solange noch nichts Wichtiges auf dem System liegt.
Zugriff von außen: Der häufigste Anfängerfehler ist, Dienste ungeschützt ins Internet zu stellen. Ein VPN wie WireGuard oder ein Overlay-Netz löst das Problem sauberer als Portfreigaben im Router, und vieles muss von außen gar nicht erreichbar sein. Wenn ein Dienst doch öffentlich sein soll, gehört ein Reverse Proxy mit aktuellen Zertifikaten und Zugriffsschutz davor.
Docker als gemeinsamer Nenner
Fast jede self-hosted App liefert heute ein Docker-Image, und Docker Compose ist zur Lingua franca der Szene geworden. Eine Compose-Datei beschreibt den Dienst samt Datenbank und Speicherorten, ein Befehl startet alles, ein Update besteht aus Image ziehen und Container neu erstellen. Wer Docker einmal verstanden hat, installiert die nächste App in Minuten statt Stunden, und genau dieser Wiederholungseffekt macht Homelabs so lehrreich. Verwaltungsoberflächen wie Portainer nehmen Einsteigern die Kommandozeile ab. Lohnender ist es trotzdem, die Compose-Dateien selbst zu pflegen: Sie sind zugleich Dokumentation und Wiederherstellungsplan, wenn die Hardware ausfällt oder du auf einen neuen Server umziehst.
Häufige Fragen
Welche Hardware brauche ich für ein Homelab?
Für den Einstieg reicht ein gebrauchter Büro-Mini-PC oder ein Raspberry Pi, viele starten auch auf dem NAS, das schon im Schrank steht. Wichtiger als Rechenleistung sind zuverlässiger Speicher und eine Backup-Strategie auf ein zweites Gerät. Aufrüsten kannst du gezielt, sobald ein konkreter Dienst mehr verlangt. Die Community-Foren der Projekte zeigen schnell, welche Hardware andere für denselben Stack einsetzen.
Ist self-hosted sicherer als die Cloud?
Das hängt von deiner Disziplin ab. Ein Dienst, der nur im Heimnetz oder per VPN erreichbar ist, bietet kaum Angriffsfläche. Ein ungepatchter Dienst mit offenem Port ist dagegen unsicherer als jede große Cloud. Sicherheit entsteht durch wenige exponierte Dienste, regelmäßige Updates und getestete Backups, nicht durch das Self-Hosting an sich.
Sind Self-hosted Apps kostenlos?
Die Software meist ja, der Betrieb nicht ganz: Es bleiben Stromkosten, gegebenenfalls Hardware und deine Zeit. Einige Projekte finanzieren sich über bezahlte Zusatzfunktionen oder eine gehostete Variante, die Kernfunktion zum Selbst-Hosten bleibt aber typischerweise frei nutzbar. Die Lizenzseite des Projekts schafft im Zweifel Klarheit.
Die knapp 90 Apps oben reichen vom Zwei-Minuten-Container bis zum Projekt fürs ganze Wochenende. Starte mit einem Dienst, der ein konkretes Abo ersetzt, dann finanziert der gesparte Beitrag die Hardware und die Lernkurve trägt sich von selbst.
